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Kitesurfen: mehr als ein Lückenfüller

07.07.2016

Wenn die Segelwettbewerbe auf Grund von zu starkem Sturm abgesagt werden müssen, kommt die Zeit der Kitesurfer. Das war bereits 2015 so, als das Kitesurfen offizieller Programm teil des Segelprogramms der 78. WARNEMÜNDER WOCHE war. Knapp 8 bis 9 Windstärken, so Hannes Winter, der in seinem Laden gemeinsam mit Freunden „Sportgeräte“ auch selbst herstellt, sind aber auch für die tollkühnen Kitsurfer mitunter grenzwertig. Andererseits ist das der „Stoff“ aus dem die Rekorde gemacht werden. Es geht um Höhe.

Florian Deutsch studiert in Rostock Sonderpädagogik und engagiert sich auch auf dem Wasser

© Klaus-Dieter Block

Ermittelt wird sie mit speziellen Höhenmessern und da geht es schon über 15 Meter. Am Sturm-Mittwoch waren es am frühen Nachmittag 13,70 Meter, gesprungen von Sönke. Der „Weltrekord“ so, Florian Deutsch, liegt bei 24,50 Meter, die hier allerdings nicht möglich sind. In einer Wettbewerbskette bis Ende Juli ringen und springen über 20 Kitesurfer um den Sieg. Ein Surfbrett im Wert von über 1.200 Euro ist der Preis.

Florian Deutsch stammt aus Halberstadt, studiert in Rostock Sonderpädagogik für geistig behinderte Kinder und engagiert sich im Team von Hannes Winter, das von Jahr zu Jahr erfolgreicher Trendsportarten anbietet. Neben dem Kitesurfen auch das Paddeln auf dem Surfbrett, kurz SUP oder das Surfen in einem flachen Becken, das Skimboarding. Das ist auch in diesem Jahr in dem Bassin unmittelbar am Strand möglich. „Vorher muss ich aber erst den Sand aus dem flachen Becken schippen, den der Sturm dort abgelagert hat.“ Florian freut sich, dass die Nachfrage nach Kursen, vor allem im Kitsurfen mitunter größer ist als die Möglichkeiten. „Im Kitesurfen haben wir ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für drei Tage bezahlen die Kursanten ca. 230 Euro, die Hälfte wie in der Schweiz oder Österreich. Und wir ziehen nicht mit 5 bis 6 Leuten los, sondern mit maximal zwei.“

Das SUP ist eine Sportart, die unkompliziert auf vielen Gewässern praktiziert werden kann. „Selbst auf der windstillen Ostsee ist dann ein ‚SUP-Frühstück´ möglich.“ Die Ideen rund um die neuen Sportarten „sprießen“- von SUP-Rennen bis zu mehr oder weniger spaßigen „Kämpfen“ mit überdimensionierten „Ohrenstäbchen“, wo derjenige oder diejenige gewinnt, der oder die zuletzt noch auf dem Brett steht.

Nicht alle maritimen Trendsportarten haben die Substanz, um „Olympisch“ zu werden. Der Spaßfaktor dominiert. Aber sie sind mehr als „Lückenfüller“. Und nicht nur die Kitesurfer, sondern auch die Besucher der 80. WARNEMÜNDER WOCHE würden sich freuen, wenn die spektakulären Wettkämpfe 2017 im wahrsten Sinne des Wortes zu den Höhepunkten des Segelevents gehören…

 

vom 7. bis 15. Juli 2018